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Fakultät Architektur und Bauingenieurwesen

High-Rises

Internationale
Frühjahrsakademie
Ruhr 2026

Digitaler Einblick

Hochhäuser prägen heute die Skylines vieler Metropolen und gelten als Symbole für Fortschritt, Wirtschaftskraft und fortschrittliche Architektur. Ihre Entwicklung ist eng mit dem technischen und gesellschaftlichen Wandel der letzten 150 Jahre verbunden.

Die ersten Ansätze für hohe Bauwerke finden sich bereits in der Antike und im Mittelalter. Türme wie beispielsweise die ägyptischen Pyramiden, der Turmbau zu Babel oder weithin sichtbare Sakralbauten dienten unterschiedlichen Zwecken, häufig auch Repräsentationsbedürfnissen und zeigten den Wunsch des Menschen, in die Höhe zu bauen.

Der eigentliche Beginn der modernen Hochhausarchitektur liegt jedoch im 19. Jahrhundert. Nach dem Großen Brand von Chicago im Jahr 1871 musste die Stadt großflächig neu aufgebaut werden. Gleichzeitig entwickelten sich neue Baumethoden: Der Stahlrahmenbau löste massive Steinmauern ab und ermöglichte größere Höhen bei gleichzeitig geringeren Lasten. Auch die Erfindung des Sicherheitsaufzugs durch Elisha Otis trug maßgeblich zur Entstehung hoher Gebäude bei. 1885 wurde mit dem Home Insurance Building in Chicago (ca. 42 Meter hoch) das erste als Hochhaus geltende Gebäude errichtet.

In den folgenden Jahrzehnten erlebten vor allem Städte wie New York und Chicago einen Hochhausboom. Das Empire State Building in New York war ab 1931 mit 381 Metern lange Zeit das höchste Gebäude der Welt und gilt bis heute als architektonisches Meisterwerk. Die Architektur des 20. Jahrhunderts wurde stark von diesem Höhenstreben geprägt.

Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts breiteten sich Hochhäuser weltweit aus. Städte in Asien und dem Nahen Osten wie Hongkong, Dubai oder Shanghai wurden zu Zentren des Wolkenkratzerbaus. Ebenso zeigen sich in europäischen Metropolen Hochhäuser als Orte der Verdichtungen, als zeichenhafte Inkunabeln in den Stadtsilhouetten.

Die Bedeutung von Hochhäusern ist vielfältig. Sie erlauben eine effiziente Nutzung knapper und teurer Flächen in Ballungsräumen. Hochhäuser bieten über ihre Geschichte hinweg Zeugnis und Anlass für Forschung und Entwicklung und somit zu technologischen Höchstleistungen.

Hochhäuser sind aus der modernen Stadtlandschaft nicht mehr wegzudenken. Sie sind Ausdruck eines globalen Trends zur Urbanisierung und eines stetigen technischen Fortschritts – und sie spiegeln die Ambitionen und Herausforderungen unserer Zeit wider.

Aufgrund ihrer spezifischen Wirkungen auf den Kontext, der auch aus größeren Entfernungen wahrnehmbaren Präsenz in der Stadtsilhouette sowie den Einfluss auf das direkte urbane Umfeld, sollte insbesondere die Standortwahl von Hochhäusern einer übergeordneten Konzeption in Stadtplanung und Architektur folgen. Die wirtschaftlichen Erwägungen in der Projektierung, die in knappen Flächenressourcen und hohen Grundstückspreisen häufig ihren Ursprung finden, sollten nicht den Ausschlag für die gelegentlich spontan-intuitive und unabgestimmte Planung sowie den Bau einzelner Hochhäuser geben. Eine planvolle Konzeptentwicklung unter Berücksichtigung städtebaulicher Gesamtbetrachtungen sollte stets das Instrument architektonischer Interventionen sein, für den Hochhausbau gilt dies unser Ansicht nach in besonderer Weise.

In der vierzehnten Internationalen Frühjahrsakademie bearbeiten wir diese Fragestellung am Beispiel Dortmunds und fokussieren dabei auf zwei städtebauliche Schwerpunkte.

Der Wallring mit seiner historischen Ableitung aus den ehemaligen Wehranlagen markiert nach wie vor den inneren Kern der Stadt. Turmartige Bauwerke an den mittelalterlichen Stadttoren sowie die Kirchtürme der Innenstadtkirchen bieten eine historische Dimension und damit auch einen aktuellen Anlass zur Untersuchung eines Hochhauskonzeptes für die City, für das Zentrum der Stadt. 

Die B1, einerseits Fernverbindung zwischen Ost und West und andererseits Markierung zwischen den südlichen Stadterweiterungen des neunzehnten Jahrhunderts und den Park- und Freiflächen mit den als Solitäre komponierten, großmaßstäblichen Bauten wie Westfalenhalle und -stadion sowie höheren Häusern mit gewerblichen Nutzungen ist gleichermaßen eine auf Fernwahrnehmungen wie auf die Allee begleitende Nahwirkung ausgerichtete Option für ein Hochhauskonzept Dortmunds.

Herausgeber

Technische Universität Dortmund
Fakultät Architektur und Bauingenieurwesen
Lehrgebiet Internationale Frühjahrsakademie
Prof. Olaf Schmidt I Prof. Michael Schwarz

In Zusammenarbeit mit

TU Eindhoven
Department of the Built Environment
Architectural Urban Design and Engineering
Rational Architecture
Haike Apelt

Università degli Studi di Napoli Federico II
Dipartimento di Architettura
Prof. Federica Visconti I Prof. Renato Capozzi

Fachhochschule Potsdam
Architektur und Städtebau
Prof. Silvia Malcovati

Druck

Druckverlag Kettler GmbH, Oktober 2026

Cover der Publikation zur Internationalen Frühjahrsakademie 2026 - "High-Rises"